Mehr Toiletten auf Weihnachtsmärkten?

Ich bin wirklich sowas von angenervt, dass das nirgendwo zur Sprache kommt in den Berichten und Artikeln zu Weihnachtsmärkten. Es gibt viel zu wenig Toiletten, gerade die Frauen müssen teils unwürdig lange anstehen in der Kälte oder im Schneeregen. Das betrifft natürlich auch die Männer, weil einfach generell vermutlich nur die mindestens vorgeschriebene Anzahl für Weihnachtsmärkte aufgestellt wird – dann rennen alle in die Kaufhäuser oder Fastfood-Restaurants und bitten glühweintrunken darum, ihre Notdurft hier hinterlassen zu dürfen. Ich meine, die Anzahl der öffentlich klar zugänglichen WC´s sollte erhöht werden. Damit würde man den Umsatz an Glühwein vermutlich noch einmal erhöhen und dafür sorgen, dass sich die Gäste noch wohler fühlen.

Weihnachtsmarkt in Spandau

Am besten wäre es, solche Toilettenhäuschen an neuralgischen Punkten zentral oder an den Ein- sowie Ausgängen zu platzieren. Das gehört doch einfach dazu und muss niemanden peinlich sein, an genügend Toiletten zu denken – so schwierig kann das doch nicht sein, oder?! Alles was rein geht, muss ja auch wieder raus und der demografische Wandel schlägt auch gnadenlos bei Weihnachtsmärkten zu. Die Gäste bleiben länger, trinken Bier, Punsch, Glühwein oder essen kandierte Äpfel, Bratwurst und etwas schönes vom Grill. Der Appetit vergeht mir aber dann, wenn ich gar keine oder versiffte dunkle Löcher sehe, die als WC herhalten sollen. Klar geht man da lieber zu den installierten sanitären Anlagen der angrenzenden Händler oder Einrichtungen. Aber das kann aus deren Sicht ja keine Lösung sein. 

Container-Pissoire bei Open Air besser als Nichts

Das könnte auch ein Modell für Straßenfeste, andere Open Air Festivals oder Großereignisse unter freien Himmel sein, bei dem der Veranstalter für mehr Service sorgen könnte und die Besucher bei genügend aufgestellten sanitären Einrichtungen sich auch als Kunden fühlen, die das ja auch durch die Getränkepreise bezahlen. Das System scheint leicht installierbar zu sein und die “Pissoire-Wand” steht zwischen einzelnen WC-Kabinen – im Foto von Dixi-WC. Dadurch werden die Toiletten insgesamt entlastet und die Wartezeiten minimieren sich für die Damen und die Herren. Man beachte auch die Kästen zum Desinfizieren der Hände über den Becken, was mir natürlich gleich aufgefallen ist (gesehen beim Open Air Tempelhofer Feld).

Dixi-WC-Pissoire_Mobil

 

Die Frage, wie viele solcher WC-Häuschen aufgestellt werden müssen, stellt sich mir immer wieder und darum werde ich das nochmal erfragen. Das dürfte abhängig sein von der Anzahl der erwarteten Besucher. Aber kostet es wirklich SO viel mehr, eine größere Menge dieser Toiletten zur Verfügung zu stellen? Dass man einfach als Veranstalter sich wohl fühlen kann und zu sich sagen kann “Anstehen nur im Notfall”? Auf jeden Fall fand ich interessant, was ich hier gesehen habe.

Reisebusse für Rollstuhlfahrer und zwei Toiletten voll im Trend?

Der Bus war natürlich extra für Rollstuhlfahrer ausgelegt und die ausfahrbare Rampe, die man im unteren Bild sehen kann, ist absolut praktisch und hilfreich. Innen war alles so wie gewohnt, aber für jeden Passagier sollten helfende Hände zur Stelle sein um beim Hinsetzen und Aufstehen unterstützend tätig zu werden. Die Rollstühle und Gehhilfen werden im vergrößerten Gepäckraum aufbewahrt und sollten mit den Namen beschildert werden, um längere Wartezeiten bei der Herausgabe zu vermeiden.

 

BerlinerZooBus

So eine Fahrt, egal ob innerstädtisch oder bundesweit für Reisen, sollte in jedem Falle detailliert mit dem Unternehmen besprochen werden und auch nicht voll ausgelastet werden. Platzanzahl in einem Eindecker ist ja 48 Plätze plus Reiseleiter, aber hier empfehle ich das auf vierzig zu begrenzen. Ein sonst so beliebter Doppeldecker mit Platz für 70 Personen kommt hier natürlich gar nicht in Frage. Der Trend wird wohl zu noch mehr solchen Bussen gehen und je nachdem wer diesen erkennt und entsprechende Angebote macht, wird davon auch profitieren. Auch Busse mit zwei funktionierenden Toiletten könnten demnächst eine höhere Nachfrage haben.

Anzahl öffentlicher Toiletten zu wenig

Egal ob Sommerfeste, Straßenfeste, Rummel oder Weihnachtsmärkte – “gefühlt” empfinde ich die Anzahl öffentlicher Toiletten als zu wenig. Und wenn es dann doch so kommt (im Sinne von: eintreffen / sollte bei so einem Thema lieber erwähnt werden), dass ein Toilettenhäuschen in Sichtweite ist, ist mit Sicherheit eine lange Menschenschlange davor. Oder sie ist voll. Die Frage ist also: Wie viel Toiletten sind zum Beispiel Pflicht bei solchen Außen-Veranstaltungen mit mobilen Ständen? Eigentlich müssten die Veranstalter ebenfalls ein erhöhtes Interesse haben, ihren Kunden den Service leicht erreichbarer, sauberer und nicht überfüllter WC´s zu bieten, oder ?! Gerade in Zeiten von oder nach Corona ist Hygiene immer wichtiger und man wundert sich, wie unrelevant dies scheinbar zu sein scheint.

In der Checkliste für Veranstaltungen (z.B. Konzerte oder Festzelte) steht nur etwas von “ausreichend viele“…. zur Verfügung zu stellen”, aber da muss es auch Festlegungen geben in so einer wichtigen Frage. Das Such- und Zauberwort heißt  Versammlungsstättenverordnung und hier wird man unter anderem auf Toiletten-Verleih.de aufmerksam, denn dort stehen die wichtigsten Dinge. Entscheidend sind also die Anzahl der Besucherplätze und die Fläche z.B. des Bierzeltes, wie man sehr gut an den Beispielen beschrieben bekommt. Hier gilt es mit den Verbesserungen anzusetzen, damit die Besucher von Straßenfesten nicht mehr in Gaststätten oder Kaufhäusern darum betteln müssen, die Notdurft entrichten zu können.

Die Firma toitoi aus Österreich (in Deutschland DIXI)hat neben dem lustigen, aber auch passenden Namen sogar einen Stückzahlenrechner: In dieser Tabelle kreuzen sich die Anzahl der Personen mit der Veranstaltungsdauer in Stunden im Ergebnis der Toiletten-Anzahl. Grandios. Trotzdem bleibt die Tatsache, dass vielleicht die Anzahl laut Verordnung erreicht ist, aber insbesondere in Stoßzeiten es zu argen Problemen kommt. Auch in Reisebussen übrigens könnte man mal an der Idee feilen, zwei WC-Anlagen einzubauen, um einen reibungslosen Ablauf im wahrsten Sinne des Wortes zu gewährleisten.

Interessanter Bericht über die Berliner Toiletten-Tour.

Dazu auch eine Meldung aus der WAZ: Frau macht in die Hose, weil Wirt bei Rü-Fest WC verweigert, die sich des Problems ebenfalls annimmt. Auch wenn der Wirt im Recht war und es zudem auch stimmt, dass ein paar Meter (20) weiter Toilettenhäuschen aufgestellt waren, bleibt die Frage nach dem Zustand dieser offen und wie lange die Wartezeit dort war. Möglich also, dass die WC´s nicht wirklich einladend waren und man als Folge dieser Diskussion weder die Gäste noch die Wirte und Betreiber der Gaststätten in die Schwierigkeiten bringt, die es hier gab.